Nicht ganz typischer 1. Advent – „Prosecco in Recco“

Artikel in der Reihe Staedte Italiens

  1. Nicht ganz typischer 1. Advent – „Prosecco in Recco“
  2. Letztes Wochenende … Rom
  3. Turin – Hauptstadt Nr. 2
  4. Mailand – Haupstadt Nr 3
  5. Venedig – Rueckblick

Ich bin meinen ersten ganzen Sonntag in Italien erst ziemlich spaet aufgestanden, da ich gestern noch lange (bis ca 0300) durch die Stadt geschlendert bin. Als erstes habe ich die Waschmaschine mit meinem neuen Couchueberwurf angeschmissen. Ich wasche grad alles! Rund um die Uhr. Das ist auch der Grund warum mir dieses Wochende schon mind. 4x die Sicherung rausgeflogen ist. Mittlerweile finde ich die Kerze und das Feuerzeug, welche fuer diesen Fall bereitliegen und einen festen Platz haben, im Schlaf. Nebenbei habe ich eine neue Freizeitbeschaeftigung, da die Waschmaschine etwas laut ist im Schleudergang, setze ich mich zur Schonung der Nervern meiner Nachbarn drauf. Hat etwas von Massage. Etwas interessanter ist die Beziehung mit meiner Dusche, welche richtige Launen etwickelt was die Temperatur des Wassers angeht. Ich schweife ab!
Zunaechst habe ich mir ein Fruehstueck gemacht gemacht und die Genua-Karte angesehen. Dabei faellt mir eine Halbinsel (Portofino) ins Auge, welche als Park gekennzeichnet ist. Diese haben wir neulich am Strand schon gesehen und Sven sagte es sei schoen dort.
Auf dem Weg zum Bahnhof


Kurz die Fenstlaeden geoeffnet und siehe da strahlend blauer Himmel. Das Ziel ist schnell ausgemacht; Recco heisst die Bahnstation. Die erste Mission des Tages lautet also den direkten Fussweg zur Bahnstation meines Stadtteils namens Sturla zu finden. Ich nehme also den letzen Schluck meines Instant-Kaffees (ich brauch bald mal die KaffeeKanne, welche mir Olaf versprochen hat, so eine aus Alu, wo unten der richtige Kaffee reinkommt und nach dem Kochen im oberen Teil der leckere lebensgeisterweckende Trank drin ist)und los gehts. Bei dieser Gelegenheit werde ich heute meine frisch gekauften Boots (Wanderstiefel) testen, welche ch frisch gewachst habe, worueber ich nicht so gluecklich bin. Da sie eine Art Wildleder haben und das wachs sie sehr dunkel macht.
Such den Bahnhof
Auf der Suche nach der Bahnstation frage ich einen aelteren Einheimischen „Scusi. Dov’e la Treno-station Sturla?“. Er muss grinsen und erzaehlt irgendwas. Als er merkt, dass ich ihn wohl nicht verstehe, gestikuliert er mehr beim erzaehlen. Ok. er meint wohl ich soll den Bus nehmen, weil es soweit weg ist. Hmmm, kann nicht sein, er denkt wohl ich will zu nem Haupbahnhof. Ich lasse mich nicht beirren und suche weiter, denn neulich bin ich ja auch vom Bahnhof nach haus gekommen. Nur, dass ich den Bus genommen habe und dieser einen grossen Schlenker machte, den ich mir jetzt sparen will. Ich finde den Weg zur Station recht flux und schaetze den Weg auf ca 2-3 km, gute 20 min. Am Bahnhof ist einer von zwei Automaten kaputt.
bahnhof gefunden
Ich frage mich ob mein WochenBusTicket bis Recco reicht. Ich zeige es einem jungen Italiener vielleicht 20 Jahre alt. Er erklaehrt mir dass es nur von Verto bis Nervi reicht, also innerhalb des Stadt-Bezirkes von Genua. Ok, einer von Zwei Automaten ist defekt, an dem anderen werkeln zwei Frauen und ein Kind. Als sie endlich fertig sind muss ich feststellen, dass diese Fahrkartenaperatur kein Kleingeld will und hoechstens 4,75€ zuruekgibt. Ich hab nur nen Zehner auf Tasche und das Ticket kostet ca. 1,40. Ich kann den Zug schon hoeren und muss noch das Gleis wechseln.
In der Unterfuehrung- Gleiswechsel
Egal, der Zug faehrt auch ohne Ticket. Ich hoffe der Schaffner kommt vor Nervi. Tut er nicht, dafuer hat er Sonntagslaune, nickt mein „falsches“ Ticket ab und geht seines Ganges. °Il Capo-Treno còmodo° denk ich mir :-).

Aus dem Zug geknippst

Nach ca 45 min erreiche ich mein Ziel – Recco. Hier wander ich eine Uferstrasse entlang und freu mich des Wetters und der schoenen Gegend.

Die Strasse auf der ich wandere Alle wege fuehren ach Rom ?! -  Die Richtung stimmt zumindest

schoene Gegend- Portofino- Lingurien

Es sind bestimmt knapp 20 Grad und ich frag mich ob die Italiener in diesen schoenen Strandhauesern alt und neu, wissen wie gut sie es hier haben? Bestimmt. Es heist ja nicht um sonst „La dolce …“

das bin wohl ich?!

ein Hexenhaeusechen

Als ich nach ca 8km an einem Supermarkt vorbei komme, beschliesse ich mir eine kleine Falsche Wein und ein Stueck Brot zu kaufen, um mir den Sonnenuntergang anzusehen. Als wieder heraus komme troepfelt es etwas. Egal die Wolken sind nicht gross und viel, so bleibe ich guter Hoffnung.

kleine Wolke

Ich steige also eine schmale gewundene Treppe zum Ufer hinab, vorbei an Wohnhaeusern die mir eher als Wochenendstrandvillen anmuten. Ich sehe die Bahnstrecke auf einer Bruecke von der Architektur eines Aquaedukts und ein kleines Rinnsal welches ins meer muendet. Auf den Steinen am Ufer sitzt ein Maedchen. Ich frage sie ob sie Lust hat mitzupicknicken, aber sie lehnt ab. Schade, wein und Brot haetten auch fuer zwei gereicht. Ich gehe ein Stueck weiter und setze mich auf einen Felsen. Nun sehe ich, dass sie scheinbar in Begleitung ist: auf einer kleinen Uferklippe steht ein Angler.

Da gehts hinunter zum Wasser

Ich mache ein paar Bilder und widme mich meiner Brotzeit. Das Timing ist gut, die Abendroete beginnt. Als die Sonne den Horizont beruehrt stelle ich mein Handy auf Video und positioniere es auf den Steinen um den Untergang in natura und nicht durch den Sucher geniessen zu koennen. Wer geduldig ist kann sich das video ansehen, es dauert aber ca 15 min. (…kommt noch)

Huhu

Am Meer angekommen

Der Wein hebt meine Stimmung und ich klettere nach Untergang der Sonne naeher an die Boeschung. Die See wird prompt rauher und ich bekomme eine leichte Dusche. Gut, bin ja nicht aus Zucker.

fine Wine

Dusche gefaellig?

Auf der Treppe, welche zurueck zur Strasse fuehrt, finde ich einen getrockneten Palmenwedel, dieser soll mein Mitbringsel dieses Ausfluges werden, eignet er sich doch bestimmt auch als Handfeger, wenn nicht praktisch dann zumindest dekorativ.

Der neue Besen

Diesen stecke ich mir an den Guertel. Ich muss wohl den Blicken der Passanten sehr wunderlich aussehen. Mit spitzer Kaputze, wegen der nach Dunkelheit einsetzender Kaelte wegen, ueber die Muetze gezogen, Baggypants, Boots, den Palmenwedel am Hinterteil und als ob das alles noch nicht reicht einen etwas verueckten Harlekin auf dem Ruecken von dem Minensuchbootpulli.

Landstreicher

Die kleine Flasche Prossecco (in Recco 🙂 ) lehre ich noch bevor ich den Bahnhof erreiche. Dort stelle ich fest; noch 20min bis Abfahrt und flaniere noch etwas durch die Strassen.

Rueckfahrt

Kaum sitze ich im Zug und ueberlege ,ob und wie, ich das Maedchen im huebschen weissen Strickpullover in ein Gespraech verwickeln kann, kommt die Schaffnerin. Auch ne huebsche, aber gar nicht so in Sonntagslaune. Ich zeige mein Ticket und das Geplapper geht los. Es stimmt wohl was nicht. Sie verklickert mir, dass ich das Ticket haette stempeln muessen. Ok, haet ich mir denken koennen. Sie zueckt einen Block und erzaehlt mir, dass sie mich „justify“en muesse. Der Gedanke gefaellt mir. Als sie den Preis dafuer sagt, bin ich wieder zurueck in der Realitaet – 25 € ! Ich schnaube ein wenig mit den Lippen und tue so als ob das wahnsinnig viel Geld fuer mich ist (ist es ja auch, hab schliesslich noch keinen Lohn bekommen). Ich mache auf unwissender Tourist, frage sie, ob sie das nicht stempeln koenne, – wenig bis keine Anteilnahme bei ihr -, also erklaehre ich ihr in Englisch und Gestik, es taete mir Leid, etwas verkehrt gemacht zu haben. Sie geht darauf ein, belehrt mich noch ein wenig auf englisch, dass dies eine Ausnahme sei….ich sehe sie mir gemuetlich an und denke mir °siehst gut aus in deiner huebschen Uniform°. Am Ende kostet mich das nicht Abstempelm 5€.
Nochmal schwein gehabt... °Il capo treno – strega°. Ok, das ist fair denke ich und schliessen meinen Frieden mit der Angelegenheit. Glueck gehabt! Als die Bestraferin ein Stueck weiter ist, schiesse ich schnell noch ein Foto. Leider ist Zoom vom Handy sehr pixelig und sie kam nicht mehr vorbei.

Da isse, die Zughexe!

Zurueck in Sturla sehe ich auf dem Heimweg noch einen Roller (sie nennen die Dinger hier „Scooter“), welcher nach meinem Geschmack waehre; eine Vespa „et3 Primavera“. Das ist doch mal eine Aufgabe fuer die naechste Woche, herauszufinden ob es dieses Model als 50ccm gibt, ob man es mit italienischen Papieren in Deutschland zulassen kann (das soll hier naemlich ziemlich teuer sein, kein Wunder, wie die hier auch rumheizen) und wo treibe ich so ein teil guenstig auf? … ich hab jedenfalls schon Plaene fuer die Lackierung. 😉

Uebrigens, war ich danach natuerlich hungrig wie sa…und hab den Tag entsprechend beendet

hmmmmh

3 Kommentare bisher »

  1. Holgi sagt

    am 12. Dezember 2006 @ 22:38

    Hallo Bjoern,
    prima Bericht, man könnte denken du machst dort Urlaub 🙂

  2. benson sagt

    am 13. Dezember 2006 @ 17:09

    allah, italien tut dir gut, man merkts! schöner bericht, schöne bilder- elli wird bestimmt bald fragen, ob sie das im unterricht nehmen darf 🙂
    hier is kalt und nass, und so fühl ich mich auch- ziemlich kaputt. hab heut ´nen unterrichtsbesuch vergeigt, weil ich mich – na sagen wir mal: wenig- darauf vorbereitet hatte. geht mir aber grad am a.. vorbei, ehrlich! nee, mir geht neben der erschöpfung echt prima, schick dir auch mal ´n paar fotos demnächst jetz aber badewanne! ciao bello!

  3. benson+albi sagt

    am 16. Dezember 2006 @ 15:09

    albi sacht: „björnie, altes haus, ham grad die bilder angeschaut, hab richtig lust bekommen auf italienisch. schönes meer, schöne sonne, schön alles und so, must mal die italienische frauen ob´s da was gibt, sachst ich hab a doppelbett, gibt´s da italienische austauschschülerinnen? adresse kennst du ja, so ca. 30 jahre, 35, ja, gut, kannst ja von mir erzählen, gut aussehend und so weiter. daaaaaaaannnnn, also, ich hoffe ja dass ma uns silvesterzeit, meld dich ma, am besten wer silvesteraustauschschülerin mitbringen.
    benson sacht noch: gibt n neues wort in der zdf-werbung, rheumamittel: gegen MORGENSTEIFIGKEIT. also stangenfieber (sacht albi). hab ich mir auch gedacht. manche leute nehmen doch was FÜR „morgensteifigkeit“, komisch…
    albi sacht: besprechen ma mal wennde dabist, von mailand is ja auch net mehr weit.
    ALSO: lass dir´s gut gehen, auch schönen gruss an die austauschschülerinnen von mir, sach ich hätt ´ne geile wohnung!
    ciao

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